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Margret Galler, 1970 in der Steiermark geboren, lebt und arbeitet in Wien. Album: PATIENCE IN SHORT SUPPLY Wir bitten um Aufmerksamkeit: Es ist wichtig zu wissen, womit wir es eigentlich zu tun haben und in diesem Fall unerlässlich, bei dem einen oder anderen Lied Klang und Melodie in Form von warmer Milch mit Honig zu sich zu nehmen und sich auf einer anderen Ebene der Aggression und/oder Depression wenigstens für die Dauer eines Liedes hinzugeben. Die Songs bieten keine vorschnellen Lösungsvorschläge bei Beziehungsschwierigkeiten, eignen sich aber dennoch als Seelenbeistand in guten und in schlechten Tagen, weil sie das Gefühl von Einsamkeit aufheben wollen: Eigenen oder empathisch wahrgenommenen Empfindungen Zeit und Raum geben, auch wenn es unangenehm wird. Das kann einen heilsamen Prozess in Gang setzen, denn berechtigt ist sie allemal, die Hoffnung auf Veränderung, auch wenn das Warten darauf schwer fällt! Die ganz Ungeduldigen können inzwischen ja schon mal Musik hören. Zum Album: Aufgenommen wurde größtenteils im August 2007. Real Diamonds, Perfect Actress, Little Pleasures und This Time wurden im Jahr 2006 aufgenommen, Embrace Me 2005. Coverdesign: Wolfgang Kschwendt. Zu Margret Galler: Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin des Albums, die in Wien lebt und zumeist als Ein-Frau-Band auftritt. Iwan Iwantscheff – kann blitzschnell die Rollen vertauschen. So zeichnet er nicht nur für die Aufnahme in seinem Tonstudio verantwortlich, sondern bereichert das Album außerdem mit seinem musikalischen Gespür und Können als Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist (E-Bass und Kontrabass). Rainer Freilinger – der spontan ins Tonstudio eingeladen wird und bei Read My Lips und Back Home mit seinen Gitarrenriffs einheizt. Yeah! Why do I sing? Because I feel like it! Ich habe jahrelang nur innerhalb meiner eigenen vier Wände Musik gemacht. Irgendwann hatte ich dann genug davon. Ich hab mir gesagt, meine Lieder anderen vorzuspielen, befriedigt mehr als nur die Eitelkeit. Dezember 2007 www.margretgaller.com -------------------------------------------------------- Sonic Pages Vienna, Vol. II/Nr. 6 2008 / Nicole Janss Making Music Looking Good [ … ] Margret Galler hat mit ihrem Debut „Patience in Short Supply“ einen viel zu wenig beachteten Wurf gelandet. Für mich eine der schönsten Neuerscheinungen überhaupt, zeigt sich bei dieser Produktion, dass man sich auch mit hauptsächlich lyrischem Anspruch in sehr groovige Regionen wagen kann. Margret ist live eher solo unterwegs, deswegen hat mich der volle Bandsound des Albums eher überrascht. Zu ihrer Stimme, die ein bisschen an die Berliner Rainbirds erinnert, passt das sogar viel besser als allein die akustische Gitarre. Ihre Lieder erzählen hauptsächlich von erwünschter oder unerwünschter Liebe und anderen inneren Erlebnissen, wirken sehr direkt und führen von momentanen Regungen zu Wünschen, Ergebnissen und manchmal interessanten Lebensphilosophien. Es gibt auf diesem Album keine unnötige Nummer und in jeder einzelnen warten schöne Hooklines, tolle Lyrics und ohrwurmverdächtige Melodien darauf, von noch viel mehr Fans entdeckt zu werden.
[ … ] -------------------------------------------------------- skug - Journal für Musik, 2_08 / Jürgen Plank MARGRET GALLER Songwriterinnen-Nachwuchs aus Österreich. Margret Galler legt ihre inzwischen dritte Veröffentlichung vor. Gut daran: ihre Stimme und das Songwriting gehen mühelos durch. In den Texten geht es oft um Beziehungskisten: „Things are not getting better / since we are apart“. Textlich wäre also noch Potential nach oben vorhanden. Da beim Hören aber erst Mal die Musik besticht, ist Galler ein hörenswerets Album, in dem auch Walzerrhythmen („Words Like Bricks“) zu vernehmen sind. Man merkt Einflüsse etwa von Eleni Mandell – beim Stück „Read My Lips“ meint man Ryan Feeves am Bass zu verhören. -------------------------------------------------------- Rocky Ottakring - Dezember 2007 MARGRET GALLER Margret Galler ist mutig. Das Cover ihrer CD „Patience In Short Supply“ zeigt einen Hund der über ein Schneefeld läuft. Sonst nichts – keinen Namenszug , keinen Titel. Genauso präsentiert sich auch ihre Musik. Das Augenmerk wird auf ihre Lieder gelenkt, kein unnötiger Tand soll von diesen ablenken. Konsequenterweise ist die Produktion spartanisch klar und ohne den heute schon fast obligatorischen Einsatz von Elektronik. Wenn die Bezeichnung zeitlos klassisch beim Leser nicht gleich gähnende Langeweile hervorrufen würde, wäre dies die richtige Beschreibung. „Patience In Short Supply“ erinnert stimmungsmäßig entfernt an Joni Mitchells 70er Jahre Alben, ohne jedoch deren Distanz zu den Songinhalten zu übernehmen. Margret Galler steht mitten in ihren Texten. Sie ist verletzlich und verletzend, verzweifelt und hoffend, ablehnend und fordernd, sie lebt. Aufgenommen wurde das Album größtenteils im Sommer 2007 gemeinsam mit Iwan Iwantscheff, dem Drummer der Kultband „Große Freiheit Nr.7“. Die Instrumentierung besteht aus Gitarren, akustisch und elektrisch, Bass und Schlagzeug. Trotz dieser Beschränkung auf das Notwendigste ist dieses Album abwechslungsreich. Die Arrangements unterstützen den Text, drängen sich nie in den Vordergrund. Das Album beginnt gleich mit dem Titellied „Patience in Short Supply“, das die Stimmung und das Thema des Albums vorgibt: Schwierigkeiten in Beziehungen.. Das Lied beginnt ruhig, kommt jedoch langsam in Fahrt. Im Hintergrund ertönen elektrische Gitarren. Unzufriedenheit und in der Folge auch Ungeduld bilden hier das Thema. Ruhig und zurückgenommen erscheint der folgende Song. „Dear Friend“ erscheint nur mit akustischen Gitarren und Perkussion vorgetragen freundlicher. Doch der Eindruck täuscht,hier wird eine Anklage vorgetragen. Einer der Höhepunkte des Albums ist „Read My Lips“. Der Bass erscheint fordernd, bedrohlich, männlich. Die Melodie, weiblich, muss ihre Bedürfnisse erst mühsam gegen den dominanten Bass durchsetzen. Der unterdrückte Konflikt bricht in eingestreuten Licks der elektrischen Gitarre aus, doch gleich ist hat sich die Protagonistin wieder in der Hand. Das folgende „Words Like Bricks“ wirkt als Walzer leichter, freundlicher. Doch das ist trügerisch, denn hier erscheint Kommunikation unmöglich. „Words like bricks to build a wall“ – und niemand ist imstande, die Mauern wieder niederzureißen. Das Songwriting-Talent Margret Gallers zeigt sich auch in „Jealousy Is A Hungry Fox“. Über einen verschleppten Reaggae singt sie “Why pick up a fight I can only loose?” Doch genau dieser Rhythmus gibt Hoffnung, es scheint so als würde er die Protagonistin auffordern sich zu wehren: Get Up, Stand Up! Überraschend endet das Album: Back Home scheppert ganz wunderbar. Auch hier ist die musikalische Umsetzung des Textes geglückt. Hier muss eine Frau mit einem schlimmen Geheimnis fertig werden. Die innere Zerrissenheit kommt hier ganz unmittelbar über den Zuhörer. Ohne Lösung, Erlösung und ohne Hoffnung endet das Album und lässt einen alleine zurück. Fazit: Ein Album zum Zuhören, das bei oftmaligem Hören wächst. Garantiert. |
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